Ja, ich habe ein Facebook Konto. Was bedeutet das nun? Bin ich ein sehr sozialer Mensch? Bin ich speziell gut vernetzt oder habe ich nur einen Fehler gemacht und Daten der Welt zur Verfügung gestellt?

FacebookSchon seit längerer Zeit, nehme ich eine Tendenz wahr. Facebook hält Verbindungen zu Menschen die ich schon lange kenne und noch länger nicht mehr gesehen habe. Doch chatten würde ich mit diesen Personen nicht. Ich gratuliere höchstens zum Geburtstag. Ich kenne diese Menschen nicht richtig oder nicht mehr. Die meisten die ich besser kenne, geben Ihre Daten nicht mehr preis. In den Medien wurden Problemfälle so häufig behandelt und die Konsequenzen eines zu offenen Profils so häufig diskutiert, dass wir alle sehr vorsichtig wurden. Was durchaus nachvollziehbar und auch richtig ist. Ausser einem Foto des Haustiers oder einem Schneeberg, landet nichts mehr auf der Plattform. Wenn ich also Kontakt wünsche, kann Facebook weiterhelfen. Wenn ich etwas erlebt habe, dass ich teilen möchte, überlege ich mir schon länger ob ich es wirklich publizieren möchte. So beschränke ich mich unterdessen auf das hochladen von ein paar schönen Fotos und einmal im Jahr kann es sein das ich sogar etwas schreibe.

Für nähere Bekannte und echte Freunde gibt es unterdessen unzählige Dienste die Ihren Zweck gezielter erfüllen. WhatsApp und Skype werden daher viel häufiger für die direkte oder die Gruppenkonversation genutzt.

Was für Facebook noch bleibt? Ich bleibe informiert. Immer weniger über die Ferien anderer und immer mehr über Firmen, Marken oder Produkte die ich irgendwann mal geliket (gefällt mir gedrückt) habe. So weiss ich seit heute, dass bald eine Studie zu den IT Projektgrössen der Schweiz erscheint oder das, dass Buch Die Macht der Worte eine positive Rezension erhalten hat und das die Facebook Nutzerzahlen in Deutschland leicht gesunken sind. Und zwischen der „Werbung“ sehe ich dass ein guter Bekannter heute einen schönen Ferientag im Schnee verbracht hat.

Das ist die Facebook Welt die ich kenne. Speziell schützen sollten wir neue Benutzer auf Facebook. Wen Kinder (ab 14) ein eigenes Konto eröffnen wollen, empfiehlt es sich dies gemeinsam zu tun. Gehen Sie die Privatsphäre Einstellungen durch, bestimmen Sie gemeinsam ein Profilbild und diskutieren Sie die auftauchenden Fragen.